10 März So langsam etabliert es sich … „Das PKG slammt!“
Seit drei Jahren nun treffen sich die Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 10 am PKG zum Wettstreit der Worte. Auch der Umzug in das neue Schulgebäude ließ die Durchführung des Poetry Slam nicht abreißen! Sieben Poetinnen und Poeten gaben sich die Ehre und dieses Mal in einem erstaunlich regelmäßigen Wechsel von heiteren und nachdenklichen Texten, wie stets gezogen von einer reizenden Glücksfee. Cindy Böhm (Q12) bestimmte durch das Los folgende Reihenfolge: Rebecca König (10a) legte fulminant mit ihrem Gedicht „Ich liebe ihn“ vor, das über den stufenweisen Abstieg einer Liebe berichtete, die sich letztlich in Ablehnung verwandelt („Ich liebe ihn nicht!“). Danach folgte ein heiteres Plädoyer für den Schnurrbart als „Das beste Glied“ des Mannes von Leonhard Meisner (10a). Was geschieht, wenn man ihn sich versehentlich abrasiert? Die fünf Phasen der Trauer um einen Bart … Auch der dritte Text, verfasst und vorgetragen von Paul Wamsiedel (Q12), kam humorvoll daher, denn ihm gelang das Kunststück, in seine „Lehrerwanderung des Fritzes“ unglaubliche 37 Namen des Lehrerkollegiums einzubauen. Ein wahrhaft grandioses Wortspiel! Im vierten Text von Oliver Glatt (Q12) wurde es wieder nachdenklicher, er beschäftigte sich tiefgründig mit dem Thema der Selbstfindung, des Wachstums und der Veränderung. Hoch philosophisch und sehr anregend! Alişa Kaçan (Q12) zeichnete in ihrem Gedicht das Bild einer ganz normalen Pause im Q-Raum, in der ein gewisser „L.“ (der im wahren Leben natürlich ganz anders heißt!) mit allen, die ihm vor die rhetorische Flinte laufen, das Wortgefecht sucht. Ein bissiger Text, der es jedoch gekonnt schaffte, niemals beleidigend zu wirken, ganz dem horazischen Diktum des ridentem dicere verum („lachend die Wahrheit sagen“) folgend. Im vorletzten Beitrag setzte sich Leon Binswanger (Q12) nachdenklich mit der Frage auseinander, was wohl wäre „Wenn ich morgen tot bin“. Den ungewöhnlichen Abschluss im Reigen der Texte bildete das Johannes-Duo der 10. Klasse: Johannes Blösch (10b) und Johannes Högenauer (10c) skizzierten den autobiografischen „Skandal“ ihrer Trennung in zwei verschiedene Klassen im laufenden Schuljahr – und das in bayerischer Mundart! Dialektförderung beim Schulpoetry Slam – das war neu.
Insgesamt zeugten nach Übereinstimmung vieler der anwesenden Lehrkräfte alle Texte von einem erstaunlich hohen Niveau, sodass auch für den Poetry Slam am PKG gelten darf: Aller guten Dinge sind drei, der dritte war bisher der beste!
Doch wie bei jedem Wettbewerb kann auch bei diesem nur eine Person siegreich sein und beim 3. Poetry Slam am PKG heißt sie: Alişa Kaçan. Ihr Text über die Pause im Q-Raum erhielt mit knappem Vorsprung von 1,7 dB vor dem skandalgebeutelten Gedicht der Johannesse den lautesten Applaus und so ist es Alişa, die das vom Förderverein des PKG gesponserte „Siegaaaaa! T-Shirt“ erhält. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür! Frau Nießeler überreichte allen Poetinnen und Poeten als Anerkennung für ihren Mut zur Teilnahme noch einen Schokoriegel aus dem Angebot von Frau Milcherts Fairtrade-Produktpalette.
Und das Fazit? So langsam kommt das Gefühl auf, dass sich der Poetry Slam am PKG etabliert und so bleibt nur zu sagen: Auf ein freudiges Wiedersehen zum 4. Poetry Slam im Schuljahr 2025/26!
OStR Robert Reisacher
(Organisator des Poetry Slam)

