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Satu­ra tota nos­t­ra est? – ein wür­di­ger Nach­fol­ger Petrons

Fort­bil­dung Latein zur Petron­lek­tü­re nebst einem unge­wöhn­li­chen Ausblick

Run­de drei der Fort­bil­dungs­rei­he am PKG zur Latein­lek­tü­re in der Ober­stu­fe des momen­tan auf­wach­sen­den G9! Nach dem Phi­lo­so­phie­halb­jahr in 12/1 steht mit „Dif­fi­ci­le est saturam non scri­be­re – römi­sche Poli­tik und Gesell­schaft in sati­ri­scher Dar­stel­lung“ ein aus dem G8 nicht ganz unbe­kann­tes The­ma in 12/2 für einen Ober­stu­fen­kurs Latein auf dem Pro­gramm. Der Löwen­an­teil dabei ent­fällt auf die Lek­tü­re des berühm­ten Sou­pers beim fik­ti­ven Neu­rei­chen Tri­mal­chio aus der Feder des rea­len Römers Petro­ni­us. Der war als eine Art Gui­do Maria Kret­schmer der dama­li­gen Zeit am Hofe Kai­ser Neros für alles zustän­dig, was mit gutem Geschmack zu tun hat­te. Arbi­ter ele­gan­tiae nann­ten dies die Römer.

Und wie­der konn­te ein pro­fun­der Ken­ner der Mate­rie gewon­nen wer­den: Prof. Dr. Micha­el Lobe, der sich durch sei­ne Tätig­keit als Hono­rar­pro­fes­sor für Fach­di­dak­tik des Latei­ni­schen in Bam­berg, Semi­nar­leh­rer Latein am Melan­chthon-Gym­na­si­um zu Nürn­berg sowie Autor und Her­aus­ge­ber zahl­lo­ser Latein­bü­cher als wür­dig und recht erwies, um an der Schu­le einen anspre­chen­den Vor­trag zu hal­ten, sprach am Di., 11. Novem­ber 2025, vor einer Schar neu­gie­ri­ger Lati­ni. Dabei ging er die Sache sehr inter­es­sant an, indem er den unter Latein­lehr­kräf­ten all­seits bekann­ten Roman Petrons mit einem nicht ganz so bekann­ten, jedoch wür­di­gen Nach­fol­ger ver­knüpf­te. Har­ry C. Schnur (1907-1979), ein jüdi­scher Jurist und Alt­phi­lo­lo­ge, der vor den Nazis nach New York emi­grie­ren muss­te und als einer der bedeu­tends­ten neu­la­tei­ni­schen Dich­ter über­haupt gilt, stand im Mit­tel­punkt sei­ner Aus­füh­run­gen. Die­ser hat­te in ein­zig­ar­ti­ger und gekonn­ter Wei­se The­men aus der anti­ken Vor­la­ge auf­ge­nom­men und neu gestal­tet. Sehr lesens­wert, wie ein erstaun­tes Publi­kum fest­stel­len durfte!

Selbst­ver­ständ­lich galt auch die­ses Mal, dass Leib und See­le zusam­men­ge­hal­ten wer­den müs­sen und das geht sprich­wört­lich ja am bes­ten mit Speis und Trank, sodass sich die Anwe­sen­den dann noch gut und genüss­lich bei Kaf­fee, Was­ser, But­ter­bre­zen und Kek­sen aus­tau­schen konnten.

OStR Robert Reisacher