06 Apr. Satura tota nostra est? – ein würdiger Nachfolger Petrons
Fortbildung Latein zur Petronlektüre nebst einem ungewöhnlichen Ausblick
Runde drei der Fortbildungsreihe am PKG zur Lateinlektüre in der Oberstufe des momentan aufwachsenden G9! Nach dem Philosophiehalbjahr in 12/1 steht mit „Difficile est saturam non scribere – römische Politik und Gesellschaft in satirischer Darstellung“ ein aus dem G8 nicht ganz unbekanntes Thema in 12/2 für einen Oberstufenkurs Latein auf dem Programm. Der Löwenanteil dabei entfällt auf die Lektüre des berühmten Soupers beim fiktiven Neureichen Trimalchio aus der Feder des realen Römers Petronius. Der war als eine Art Guido Maria Kretschmer der damaligen Zeit am Hofe Kaiser Neros für alles zuständig, was mit gutem Geschmack zu tun hatte. Arbiter elegantiae nannten dies die Römer.
Und wieder konnte ein profunder Kenner der Materie gewonnen werden: Prof. Dr. Michael Lobe, der sich durch seine Tätigkeit als Honorarprofessor für Fachdidaktik des Lateinischen in Bamberg, Seminarlehrer Latein am Melanchthon-Gymnasium zu Nürnberg sowie Autor und Herausgeber zahlloser Lateinbücher als würdig und recht erwies, um an der Schule einen ansprechenden Vortrag zu halten, sprach am Di., 11. November 2025, vor einer Schar neugieriger Latini. Dabei ging er die Sache sehr interessant an, indem er den unter Lateinlehrkräften allseits bekannten Roman Petrons mit einem nicht ganz so bekannten, jedoch würdigen Nachfolger verknüpfte. Harry C. Schnur (1907-1979), ein jüdischer Jurist und Altphilologe, der vor den Nazis nach New York emigrieren musste und als einer der bedeutendsten neulateinischen Dichter überhaupt gilt, stand im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dieser hatte in einzigartiger und gekonnter Weise Themen aus der antiken Vorlage aufgenommen und neu gestaltet. Sehr lesenswert, wie ein erstauntes Publikum feststellen durfte!
Selbstverständlich galt auch dieses Mal, dass Leib und Seele zusammengehalten werden müssen und das geht sprichwörtlich ja am besten mit Speis und Trank, sodass sich die Anwesenden dann noch gut und genüsslich bei Kaffee, Wasser, Butterbrezen und Keksen austauschen konnten.
OStR Robert Reisacher