24 Feb. Poetry Slam mit Geburtstagslied – 4. Dichterwettstreit am PKG
Das vierte Treffen von mutigen Slammerinnen und Slammern der Jahrgangsstufen 10 bis 13 am PKG hatte einen besonderen Charakter, es war für unsere Verhältnisse ein Slam der Superlative:
Erstmalig trafen vier Jahrgangsstufen zusammen, denn im Schuljahr 2025/26 gibt es erstmals wieder eine 13. Klasse am bayerischen Gymnasium, die Q12 stellte heuer zum ersten Mal seit Bestehen des Poetry Slams am PKG ein Slammerteam, durfte also dabei sein, und auch aus der 10. Jahrgangsstufe fand sich mit Ronja Kremer (10c) eine mutige Poetin, die ihr Können zum Besten gab. Die Jahrgangsstufe 11 war mit vier teilnehmenden Schülerinnen und Schülern die am häufigsten vertretene und das Publikum mit mehr als 250 Jugendlichen das größte, das ein Slam am PKG je erlebt hat. Auch die Teilnehmerzahl war so groß wie nie zuvor, mit zehn Aktiven konnten acht Performances bestaunt werden, sechs Einzeldarbietungen und zwei Slamduos.
Oliver Glatt aus der Q13, ein honoriger Textvorträger vergangener Jahre, übernahm dieses Mal das Amt der reizenden Glücksfee und legte durch das Los folgende Reihenfolge für die Auftritte fest: Rebecca König (11a) durfte – wie schon im letzten Jahr – den Wettstreit eröffnen und tat dies erneut mit einem Text über die Liebe. Die Quintessenz ihrer Ausführungen war, dass man der Liebe immer wieder eine Chance geben sollte, auch wenn man enttäuscht wird. An zweiter Stelle rückte ihr – erstaunlicherweise ebenfalls wie im letzten Jahr – Leonhard Meisner (11a) nach, der heuer jedoch nicht über den Schnurrbart des Mannes sprach, sondern sich folgender Überlegung widmete: „Wäre mein Leben eine Serie …“. Er stellte sich dabei verschiedene Möglichkeiten vor: Eine Comedyserie? Eine Dramaserie? Eine Sitcom? Eine Parodie? Oder gar ein Musical? Egal, was es wäre, er kam zu dem Schluss, er selbst wäre doch nur Zuschauer … Mit dem ersten Slammertduo Johannes Blösch (11a) und Johannes Högenauer (11a) wurde das geneigte Auditorium Ohrenzeuge eines ganz normalen Schultages am PKG – beruhend auf wahren Begebenheiten. Ein Stück zum Schmunzeln! Danach schickte das Los die Siegerin des 3. Poetry Slam im letzten Schuljahr, Alişa Kaçan (Q13), auf die Bühne, die sich heuer einen weiteren Mitschüler vorknöpfte und heiter bis derb parodierte: ihren besten Banknachbarn und Mitkonkurrenten Paul Wamsiedel. Viele der Anwesenden mussten laut auflachen bei ihren Beschreibungen! Leon Binswanger (Q13) trat als nächster Poet ins Rampenlicht, und dies in der Rolle eines Rhapsoden, denn er nahm sich stilistisch Homer zum Vorbild, besang aber nicht wie dieser den Groll des Achill bei den bauchigen Schiffen der Achaier, sondern den Schmerz über den Verlust des letztjährigen Q-Raums samt aller gemütlichen Sofas im 1. Stock des neuen Schulgebäudes. In ihrer Aufgabe nicht ermüdend, schickte die reizende Glücksfee Olli nun Ronja Kremer (10c) ins Rennen, die mit einem fulminanten, nachdenklichen Debüt zu unserem Verständnis von Ausländern und Integration (oder eben ihrem Fehlen), den Charakterzügen von guten und schlechten Menschen und den Gründen für Flucht das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Ein Meisterwerk! Den vorletzten Text brachte das zweite Slammerteam, ein Duo aus der Q12, bestehend aus Anna Benevolenski und Ella FitzGerald, zu Gehör. Auch er drehte sich um den alten Q-Raum. Dieser Verlust scheint wirklich einen Schülernerv getroffen zu haben … Nach diesem Auftritt hielt der Slam Master kurz inne, um alle Anwesenden darüber zu informieren, dass Ella an diesem Freitag, den 13. Februar 2026, ihren 18. Geburtstag feiern konnte, was mit einem Happy birthday to you aus etwa 260 Schüler- und Lehrerkehlen sowie einem kleinen Geburtstagskuchen nebst einer Tröte als Geschenk kommentiert wurde. Eine sichtlich gerührte Ella nahm die Präsente freudig an. Nach dieser ersten musikalischen Einlage bei einem Poetry Slam an unserer Schule durfte Paul Wamsiedel (Q13) die 4. Dichterschlacht mit seiner „Ode an das PKG und die Q13“ beschließen.
Wie immer galt auch 2026: Es kann nur einen Sieger geben. Und obgleich er wegen der Bedenken bei der Größe des Gewinner T-Shirts den Sieg gar nicht anstrebte, gewann bei seiner (schulbedingten) letzten Teilnahme eben jener Paul Wamsiedel aus der Q13, indem er einen Applaus erhielt, der in seiner Lautstärke dem Geräuschpegel eines Presslufthammers in nichts nachstand. Somit erhält er das vom Förderverein des PKG gesponserte „Siegaaaaa!“ T-Shirt. An dieser Stelle – wie immer – ein herzlicher Dank an den Förderverein für die jahrelange Unterstützung dieses Events. Frau Nießeler und Herr Fritz überreichten allen Poetinnen und Poeten als Anerkennung für ihren Mut zur Teilnahme noch einen Schokoriegel aus dem Angebot von Frau Milcherts Fairtrade-Produktpalette. Ein besonders schönes Zeichen setzte die Schulleitung beim 4. Poetry Slam durch ihr Erscheinen während der Abstimmung des Gewinners und zur Siegerehrung.
OStR Robert Reisacher
(Organisator des Poetry Slam)
