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„Kin­der der roten Erde“: Lesung der Schrift­stel­le­rin Luo Lingyuan

Chi­na ist all­ge­gen­wär­tig in den Medi­en und den­noch wis­sen wir immer noch viel zu wenig über die­ses Land, sei­ne Men­schen, sei­ne Kul­tur und sei­ne Geschich­te. Des­halb war der Besuch der Autorin Luo Lin­gyu­an, die für die Q12 und Q13 aus ihrem Roman „Die Kin­der der roten Erde“ las, in vie­ler­lei Hin­sicht berei­chernd. Die stu­dier­te Jour­na­lis­tin und Com­pu­ter­wis­sen­schaft­le­rin ver­öf­fent­lich­te meh­re­re Roma­ne und Erzähl­bän­de. Dafür wur­de sie 2007 mit dem Adal­bert-von-Cha­mis­so För­der­preis aus­ge­zeich­net. 2017 erhielt sie den Erfur­ter Stadt­schrei­ber-Lite­ra­tur­preis und war 2020 Alfred-Döb­lin-Sti­pen­dia­tin der Aka­de­mie der Küns­te in Ber­lin. Frau Luo lebt seit 1990 in Deutsch­land und schreibt auch auf Deutsch. „Kin­der der roten Erde“ befasst sich jedoch mit der Geschich­te der jun­gen chi­ne­si­schen Volks­re­pu­blik sowie mit der Fami­li­en­ge­schich­te Frau Luos, deren Eltern sich in den Anfangs­jah­ren des mao­is­ti­schen Chi­nas ken­nen­lern­ten. Im Mit­tel­punkt steht Xiao Sina, Luos Mut­ter, deren Eltern als „Grund­be­sit­zer“ und „Klas­sen­fein­de“ ein­ge­stuft wer­den, obwohl sie nur eine ein­fa­che Ölmüh­le betrei­ben. Der Vater flieht, die Mut­ter wird ins Gefäng­nis gewor­fen und Sina kämpft – gesell­schaft­lich stig­ma­ti­siert – um ihre Zukunft. Neben der span­nen­den Lesung gab Luo Lin­gyu­an auch Ein­bli­cke in die chi­ne­si­sche Spra­che, Dicht­kunst, Musik und die Phi­lo­so­phie Lao­t­ses. Zum Aus­klang stell­te sie sich den inter­es­sier­ten und viel­fäl­ti­gen Fra­gen des Publikums.