02 Okt. „Kinder der roten Erde“: Lesung der Schriftstellerin Luo Lingyuan
China ist allgegenwärtig in den Medien und dennoch wissen wir immer noch viel zu wenig über dieses Land, seine Menschen, seine Kultur und seine Geschichte. Deshalb war der Besuch der Autorin Luo Lingyuan, die für die Q12 und Q13 aus ihrem Roman „Die Kinder der roten Erde“ las, in vielerlei Hinsicht bereichernd. Die studierte Journalistin und Computerwissenschaftlerin veröffentlichte mehrere Romane und Erzählbände. Dafür wurde sie 2007 mit dem Adalbert-von-Chamisso Förderpreis ausgezeichnet. 2017 erhielt sie den Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis und war 2020 Alfred-Döblin-Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin. Frau Luo lebt seit 1990 in Deutschland und schreibt auch auf Deutsch. „Kinder der roten Erde“ befasst sich jedoch mit der Geschichte der jungen chinesischen Volksrepublik sowie mit der Familiengeschichte Frau Luos, deren Eltern sich in den Anfangsjahren des maoistischen Chinas kennenlernten. Im Mittelpunkt steht Xiao Sina, Luos Mutter, deren Eltern als „Grundbesitzer“ und „Klassenfeinde“ eingestuft werden, obwohl sie nur eine einfache Ölmühle betreiben. Der Vater flieht, die Mutter wird ins Gefängnis geworfen und Sina kämpft – gesellschaftlich stigmatisiert – um ihre Zukunft. Neben der spannenden Lesung gab Luo Lingyuan auch Einblicke in die chinesische Sprache, Dichtkunst, Musik und die Philosophie Laotses. Zum Ausklang stellte sie sich den interessierten und vielfältigen Fragen des Publikums.




