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Ein kleiner Beitrag zur „aequalitas generum“ (Geschlechtergleichstellung)

Unnüt­zes Wis­sen Teil VIII

Denkt man an anti­ke Phi­lo­so­phie, so fal­len einem spon­tan Namen wie Sokra­tes, Pla­ton oder auch Aris­to­te­les ein. Doch gab es in die­ser Wis­sen­schaft auch kei­nes­wegs unbe­deu­ten­de Ver­tre­ter des weib­li­chen Geschlechts. Ein Bei­spiel hier­für ist Hypa­tia, eine neu­pla­to­ni­sche Phi­lo­so­phin aus Alex­an­dria, zu ihrer Zeit eine ganz und gar unüb­li­che Erschei­nung: Weder war sie ver­hei­ra­tet noch unge­bil­det, im Gegen­teil, sie lehr­te qua­si als Phi­lo­so­phie­pro­fes­so­rin v. a. Mathe­ma­tik und Astro­no­mie am berühm­ten Mus­ei­on der Stadt! Bereits ihr Vater The­on von Alex­an­dria war Mathe­ma­ti­ker und der letz­te Lei­ter der Mus­ei­ons­bi­blio­thek. Sei­ner Erzie­hung ver­dank­te sie ihr Inter­es­se für die Wis­sen­schaf­ten. Eine wun­der­ba­re Anek­do­te behaup­tet, dass sie einem ihrer Schü­ler, der in sie ver­liebt war, ihre von Mens­trua­ti­ons­blut befleck­te Unter­wä­sche gezeigt habe mit dem Hin­weis auf die Wert­lo­sig­keit des Kör­pers – ganz im Sin­ne des Neu­pla­to­nis­mus, der dem Geist stets den Vor­zug vor allem Kör­per­li­chen gab. Dabei soll Hypa­tia den erhal­te­nen anti­ken Quel­len nach eine sehr schö­ne Frau gewe­sen sein.

Die Zeit­um­stän­de spie­len der gebil­de­ten und gut aus­se­hen­den Frau jedoch übel mit: In der Spät­an­ti­ke kommt es in der Stadt Alex­an­dria zu gro­ßen und hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Hei­den und Chris­ten. Im Zuge die­ser Kon­flik­te wird Hypa­tia etwa sech­zig­jäh­rig nach einer Hetz­kam­pa­gne des Bischofs der Stadt, Kyril­los I., im März des Jah­res 415 n. Chr. durch den christ­li­chen Mob kur­zer­hand gelyncht. Was für ein schmach­vol­les Ende für eine solch gro­ße Frau …

FILM­TIPP
Wer ein wenig neu­gie­rig auf das Leben Hypa­ti­as von Alex­an­dria gewor­den ist, kann sich (his­to­risch nicht immer kor­rekt, aber unter­halt­sam) durch den Film Ago­ra – Die Säu­len des Him­mels (2009) des spa­ni­schen Regis­seurs Ale­jan­dro Amen­ábar wei­ter inspi­rie­ren las­sen!