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„Hoppla, wir leben!“ – Aufführung für die Q11 zur Erinnerung an das Revolutionsjahr 1918 am 22.03.2018

„Hopp­la, wir leben!“ – so der Name einer Revue des Schrift­stel­lers und Revo­lu­tio­närs Ernst Tol­ler aus dem Jahr 1927, auf die sich der Schau­spie­ler und Autor Mat­thi­as Klö­sel im Titel sei­ner Pro­duk­ti­on bezieht. Er ver­setz­te die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Q11 in das New York des Jah­res 1939. Dort, in einem schä­bi­gen Hotel­zim­mer, ver­bringt Ernst Tol­ler, ein­dring­lich ver­kör­pert von Mat­thi­as Klö­sel selbst, die letz­ten Stun­den sei­nes Lebens. Zwi­schen Kof­fern, einer Schreib­ma­schi­ne, Manu­skrip­ten und einer Whis­ky­fla­sche erin­nert er sich an den Ers­ten Welt­krieg, in den er, wie vie­le jun­ge Künst­ler, zunächst begeis­tert zog, um schon bald durch die Erfah­rung der grau­sa­men Kriegs­wirk­lich­keit zum über­zeug­ten Pazi­fis­ten zu wer­den. Er lässt das Jahr 1918 wie­der auf­le­ben, als Sol­da­ten, Arbei­ter und Künst­ler für einen neu­en Staat und eine neue Gesell­schaft kämpf­ten und gleich­zei­tig um die Form die­ses Staa­tes ran­gen. Die Ver­zweif­lung des ent­täusch­ten Idea­lis­ten wird beson­ders spür­bar, als er die Spal­tung der Arbei­ter­be­we­gung anpran­gert, vor allem das unheil­vol­le Bünd­nis der SPD mit der reak­tio­nä­ren Reichs­wehr und den rechts­ra­di­ka­len Frei­korps, die die Revo­lu­ti­on 1919 blu­tig nie­der­schlu­gen. Aber nicht nur die schwie­ri­gen Anfän­ge der ers­ten deut­schen Repu­blik wer­den the­ma­ti­siert, son­dern auch ihr Ende. Als Jude und Sozia­list wur­de Tol­ler von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ver­folgt, muss­te Deutsch­land ver­las­sen und endet schließ­lich im anfangs erwähn­ten Hotel­zim­mer in New York, wo er sich das Leben nimmt, denn auch sei­ne Hoff­nung auf ein frei­es Leben in Ame­ri­ka wird zer­stört, da er dort wegen sei­ner poli­ti­schen Gesin­nung unter Gene­ral­ver­dacht steht.
Im Anschluss an die­se leben­di­ge Geschichts­lek­ti­on stell­te sich Mat­thi­as Klö­sel den Fra­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler.
Unter­stützt wur­de die Auf­füh­rung durch die pro­fes­sio­nel­le Arbeit unse­rer Tech­ni­ker Mat­thi­as Pfeif­fer und Kili­an Lud­steck.

Ost­Rin Vere­na Nieße­ler