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Der paronmomastische Intensitätsgenitiv

Unnüt­zes Wis­sen Teil II

Ein wei­te­res Schman­kerl aus dem gro­ßen Reper­toire gram­ma­ti­ka­lisch-rhe­to­ri­scher Begriff­lich­kei­ten sei heu­te Gegen­stand des Wis­sens, das die Welt nicht braucht: der paro­no­masti­sche Inten­si­täts­ge­ni­tiv.

Eine Paro­no­ma­sie, zusam­men­ge­setzt aus der alt­grie­chi­schen Prä­po­si­ti­on παρά (pará) + Dat. „bei“ oder + Akk. „neben – hin“ und dem alt­grie­chi­schen Sub­stan­tiv τό ὄνομα (tó óno­ma) „der Name“, bedeu­tet nichts ande­res als „Wort­um­bil­dung“ und ist eine rhe­to­ri­sche Figur. Damit soll ein Neben­sinn des Gesagten/Geschriebenen erzeugt wer­den. Paro­no­mastisch ist das Adjek­tiv dazu. Der Inten­si­täts­ge­ni­tiv ist ein Geni­tiv, der durch sei­ne blo­ße Exis­tenz etwas Inten­si­ves aus­drückt, in unse­rem Fall einen höchs­ten Stei­ge­rungs­grad.

Als paro­no­masti­scher Inten­si­täts­ge­ni­tiv wird ein Geni­tiv bezeich­net, der vom glei­chen Wort gebil­det in der Plu­ral­form hin­ter die­sem Bezugs­wort steht.

Weil die­ser Geni­tiv sehr häu­fig u.a. in der latei­ni­schen Ver­si­on der Bibel, der sog. Vul­ga­ta (von lat. vul­ga­tus, dt. „all­ge­mein bekannt, weit ver­brei­tet“), vor­kommt, wird er auch als Geni­ti­vus hebrai­cus bezeich­net. Eine wei­te­re Bezeich­nung geht auf die Stei­ge­rung des Gemein­ten zurück, denn er heißt bis­wei­len sogar Geni­ti­vus super­la­ti­vus.

Bei­spie­le (paro­no­masti­scher Inten­si­täts­ge­ni­tiv in Fett­druck):

Das Buch der Bücher – als Bezeich­nung für die Bibel

König der Köni­ge – als Titel für Groß­kö­ni­ge, bspw. für die Achä­men­iden, deren Herr­schaft über das Per­ser­reich von Alex­an­der dem Gro­ßen been­det wur­de

Die­ner der Die­ner Got­tes (lat. ser­vus ser­vo­r­um Dei) – als Selbst­be­zeich­nung des Paps­tes, durch die das Amts­ver­ständ­nis des Paps­tes gekenn­zeich­net sein soll